22.07.2019 – 11.4 SM
Sutivan – Omiš

Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch Sutivan und Besuch in dem hiesigen Fischgeschäft, legen wir ab. Unser heutiges Ziel ist Omiš. Die Kleinstadt liegt direkt an der Mündung von Cetina und ist historisch sehr geprägt. Im 14. Jahrhundert war die Stadt ein Piratennest, die Stadt war das Zentrum der Seeräuberei in der Adria, die vor allem den venezianischen Seehandel stark gefährdete.

Sehr beeindruckend ist die Kulisse vom Meer aus, da der Fluss Cetina die Altstadt von der Neustadt trennt.

Wir ankern in der Nähe des Sandstrandes Velika Plaza, steigen in unser Dinghi und fahren Richtung der nahe gelegenen Mole um dort einen eventuell besseren Platz zum Übernachten zu finden – es ist wieder einmal Gewitter angesagt.

Auf halbem Weg dorthin, schlägt ein Blitz in der Nähe ein, es Donnert und beginnt zu schütten. Wir drehen sofort um. Am Boot angekommen, bemerken wir, dass der Anker nicht hält. ACTION: Gerhard startet den Motor, der auch sofort anspringt, Jasmin holt in Windeseile den Anker ein und wir finden kurz darauf sicheren Halt an der Mole.

Kaum angelegt, kommt ein Besatzungsmitglied eines Ausflugsbootes und weist uns freundlich darauf hin, dass hier die Fähre anlegt und wir uns auf die andere Seite der Mole legen sollen.

Gesagt getan – jetzt ist mal ein Anlegebier fällig.

Das Gewitter legt sich bald darauf und wir machen uns auf den Weg in die Altstadt.

Hier möchten wir dazu sagen, dass wir in den Sommermonaten nicht mehr kommen. Zu viele Touristen tummeln sich durch die engen Seitengassen – das ist zu viel Trubel für unseren Geschmack.

Pascal macht sich alleine auf, um die Stadt zu erkunden, er bekommt ein Taschengeld mit, um sich Eis und Getränke kaufen zu können.

Mit der heutigen Technik ist es ein leichtes, die Kinder wiederzufinden. Wir installieren ihm noch schnell eine Tracking-App auf sein Handy, damit wir ihn wieder finden können.

Abends wird dann Fisch gegrillt, in der Zwischenzeit sitzt Pascal in der Nähe der O nass is und versucht Mandeln zu knacken – gar nicht so einfach die zu öffnen, die haben eine sehr harte Schale. Der Hut, den wir neben ihm platzieren, um Spenden zu sammeln, bleibt leider leer.

Kaum mit dem Essen fertig, beginnt ein nicht angesagter auflandiger Wind – vermutlich ein Ausläufer des Gewitters, der uns ziemlich an die Kaimauer drückt. Also heißt es wieder umlegen. Die Crew des neuen Ausflugsbootes geht uns gekonnt zur Hand und wir finden zumindest ein wenig Schlaf bevor wir um 7 Uhr losmüssen – da kommt schon wieder das nächste Ausflugsboot.

23.07.2019 – 5.8 SM
Omiš – Postira

Der starke Schwell in der Nacht, hat uns teilweise den Schlaf geraubt. Nichts desto trotz, legen wir um kurz vor 7 Uhr ab und steuern Richtung Pučišća – unserem nächsten Ziel.

Kurz nach dem Ablegen überrascht uns eine Fallböe, bei der wir beinahe unser Dinghi verloren hätten. Große Aufregung um diese Uhrzeit. Wir setzen unsere Fahrt fort und werden von der nächsten Böe eingeholt. Dieses Mal kommt sie von der Seite, drückt so stark gegen unser Boot das zwischen Mast und Wasser nur noch knapp 1 Meter Platz war. Das Boot machte in der Sekunde einen Sonnenschuss und stellte sich wieder auf. Unter Deck machten sich unsere Laden der Pantry selbstständig, Pascal juchzte „Ui, das ist cool – wie in der Hochschaubahn“ und Jasmin war kreidebleich. Dies war das erste mal das die Crew der O nass is in so eine Situation kam.

Gerhard schnappte sich den Revierführer, suchte nach dem nächstgelegenem sicheren Unterschlupf, dreht den Kurs mit Welle Richtung Postira ab. In dem Hafenbecken, das hinter einem langen Wellenbrecher liegt, herrschte Stille – von der mittlerweile 2 m hohen Welle bemerkte man hier nichts.

Gerhard suchte sich die längste Kaimauer zum Anlegen aus, Jasmin stieg von Bord – und jetzt kommt, was nicht hätte passieren dürfen.

Jasmin, unerfahren, stand noch unter Schock des Sonnenschusses und hatte vergessen, wie man das Boot auf stoppt. Die Leine sicher in der Hand, versuchte sie diese immer falsch herum um den Boller zu legen, das Boot konnte natürlich nicht gestoppt werden. Gerhard meinte, dass es nun schön langsam an der Zeit war das Boot zu stoppen, die Mauer ist bald aus. Jasmin, in ihrer Verzweiflung, setzte sich auf den Popo und versuchte das Boot so zum Stehen zu bringen. Gerhard sah das und reagierte in der Sekunde richtig. Er sprang von Bord, stoppte das Boot, belegte es sicher und sagte: „Komm Mäuschen, jetzt gehen wir ein Bier trinken“ – das Anlegebier schmeckt auch schon um 08:30 Uhr und beruhigt die Nerven 😉

Postira ist ein ehemaliges Fischerdorf, das mittlerweile auch touristisch geworden ist, an seinem Charme aber nichts verloren hat. An der Uferpromenade laden Bars, Cafés und Restaurants zum Flanieren ein. Wir können dieses kleine Dorf wärmstens empfehlen.

Hundemüde fallen wir am Abend in unsere Kojen – was war das für ein aufregender Tag.

24.07.2019 – 11.5 SM
Postira – Uvala Luka

Den ruhigen Schlaf dieser Nacht haben wir mehr als notwendig gehabt. Pascal war noch sehr lange munter und hat sich mittlerweile zu einem Langschläfer entwickelt. Wir nutzen die Zeit um zu bunkern. Wir schnappen unseren schnittigen Bollerwagen und machen uns auf den Weg in den Supermarkt, der wenige Gehminuten entfernt liegt.

Nach dem Frühstück legen wir gemütlich ab und steuern unser nächstes Ziel an – Uvala Luka. Die Bucht liegt an der Ostspitze von Brac. Hier machen wir mit zwei Landleinen fest, da wir in den seichteren Stellen der Bucht keinen Platz bekommen haben. Wir wissen auch warum …

Diese Bucht ist traumhaft schön, kristallklares, türkisfarbenes Wasser. Wir verbringen den Rest des Tages mit Schwimmen, Essen, Schlafen. Pascal ist glücklich, hier einen ruhigen Platz zum Schnorcheln und Angeln gefunden zu haben. Das Angeln verlief leider wieder erfolglos.

Ein erholsamer letzter Abend mit Pascal neigt sich dem Ende zu. Morgen wird er wieder abgeholt.

25.07.2019 – 10.3 SM
Uvala Luka – Makarska

Nach dem Frühstück starten wir los nach Makarska. Es war eine unspektakuläre Überfahrt. Bis wir kurz vor Ankunft fast eine Kollision mit einem Ausflugsboot gehabt hätten, der mehr auf den Parasailer als auf seine Umgebung geachtet hat. Zum Glück ist nichts passiert.

Beim Anlegen zeigt der Marinero Pascal wie man richtig die Anlegeleinen übergibt. Das klappt nach ein paar Versuchen wunderbar und wir liegen an der Mooring zwischen den Party-Booten die von Jugendlichen gechartert sind.

Jetzt  machen wir einmal die Stadt unsicher. Ein kleiner Spaziergang durch den nahen Markt macht uns hungrig und wir setzen uns in einem der zahlreichen Strandbars hin um Cevapcici, Haifisch-Steak und Girice zu Essen.

Zurück zum Boot führt unser Weg durch einen kleinen Park bis wir wieder auf der Hauptstraße landen und hier in der kleinen Shoppingmal eine Abkühlung suchen.

Pascal wird am späten Nachmittag abgeholt und wir besuchen noch die andere Seite der Bucht von Makarska und sind heilfroh darüber, dass die Partyboote die Musik ab 22 Uhr leiser drehen.

26.07.2019 – 36.4 SM
Makarska – Korčula

Nun heißt es für uns Meilen fressen, in ein paar Tagen treffen wir uns schon mit Mirko in Molunat. Kurz nachdem wir um die Ostseite von Hvar herum waren haben wir zum ersten Mal Delphine gesehen, leider nur ganz kurz und sehr weit weg.

Zwischen Pelješac und Korčula gab es gerade eine Surfregatta – das war sehr spannend mitten durchzufahren. Unser heutiger Ankerplatz ist Uvala Lumbarda. Diese Bucht ist zu unserem absoluten Favoriten geworden. Hier hat Jasmin auch das Schnorcheln gelernt und war vom ersten Augenblick an fasziniert.

Heute heißt es früh schlafen gehen damit wir morgen um 4 Uhr losstarten können – Schlechtwetter ist wieder angesagt.

27.07. – 28.07.2019 – 25.1 SM
Korčula – Mljet

Jasmin wird mit heißem Kaffee um 4 Uhr geweckt, Anker lichten und losgeht es dem Sonnenaufgang entgegen Richtung Mljet. Kurz bevor wir die Westseite der Insel erreichen frischt der Wind auf und bringt gleichzeitig hohe Wellen mit. Wir sind froh, als wir endlich unser bestimmtes Ziel – Sobra erreichen. Hier wurde uns empfohlen bei Villas Mungos anzulegen. Das war der blanke Horror! Anlegesteg nennt man diese verrostete Konstruktion, die paar Latten, die es gibt, liegen lose auf dem Stahlträger. Beim Anlegemanöver schrammte unser Boot an einem Teil, das oberhalb der Wasserlinie unter einem der losen Bretter aus dem Gerüst ragte.

Die Besitzerin des Lokales wollte von unserem Schaden nichts wissen, nahm uns dann aber mit bis zum Ausgangspunkt zur Odysseus Grotte. Bevor wir den steilen Hang nach unten bestritten, kauften wir im Supermarkt Stärkung für den Ausflug.

Gut 1 1/2 Stunden später kamen wir bei einem urigen Lokal an. Das junge Hippie-Pärchen hat dort aus Strandgut und Paletten eine kleine Bar errichtet. In der großen Kühltruhe, die mittels Solar betrieben wird, gab es kühle Getränke. Wir machen erst mal eine Pause mit kühlem Bier von dort und Wurst und Brot das wir selber mitgebracht haben.

Ein gutes Stück geht es noch weiter hinter bis zu den Klippen, an denen die mutigen jungen Männer in die raue Adria springen. Be careful for swimming – mahnt die junge Frau Gerhard, der gerade den Weg alleine weiter nach unten gehen möchte.

Neinnein, schwimmen möchte er nicht, nur sehen, was es hier noch zu begutachten gibt.

Der steile Weg hinauf bei der Hitze ist sehr beschwerlich – wir sind stolz als wir oben wieder angekommen sind.

Für den Heimweg haben wir eine kurze Mitfahrgelegenheit, den Rest mussten wir zu Fuß gehen.

Am Boot wieder angekommen, nahm der Schwell so zu, dass wir das Boot umlegen mussten. Also gehen wir zu einem Lokal auf der anderen Seite der Bucht um zu fragen, ob wir hier mit unserem Boot sicher liegen würden. Der Lokalbesitzer schaut Richtung Munogs und meint, für uns ist es besser, die übernächste Bucht anzusteuern – Okuklje.

Der Einstieg aufs Boot erwies sich schon etwas schwierig, da unsere Kleine wie ein Korkstoppel im Meer herumhüpfte. Leinen los und ab in die übernächste Bucht. Aus der „geschützten“ Bucht draußen, fanden wir 3 Meter Welle und Wind vor. Jasmin rief in Porto della Vita an, um noch einen Platz an der Mooring zu bekommen. Jasmin krabbelte in Schwimmweste auf allen Vieren zum Vorschiff um die Leinen und Fender herzurichten – ganz schön mutig ;-).

In Okuklje angekommen, war es in der geschützten Bucht wie in einem Ententeich. Das Meer war still und die Kinder hüpften ins Wasser.

Am Ende der Kaimauer wartete schon ein Mitarbeiter des Lokales, der uns bereitwillig beim Anlegen geholfen hat.

Unser Boot ist wieder mal zu klein für die Mooringleinen und der kroatische Helfer meinte belustigt, Gerhard soll doch bitte seinen Kopf einschalten und die Belegleinen als Verlängerung zum Festmachen nehmen.

Lachend stiegen wir von Bord und vereinbarten gegen 19 Uhr zum Abendessen zu kommen.

Da das Wetter heute noch immer nicht besser ist, beschließen wir noch einen Tag hier zu bleiben.

Wir erkunden ein wenig die Gegend und gehen einmal über den Hügel bis zur vorherigen Bucht Prožurska Luka.

Nach 5,3 km über Stock und Stein kommen wir auf der anderen Seite an und kehren in die nächste Konoba ein. Ein Gewitter beginnt und der Himmel öffnet seine Pforten. Zum Glücke haben wir alle Luken OFFEN gelassen :-O.

Da es mit dem Regen keine Aussicht auf Änderung hat, fragen wir nach einem Taxi das uns 3 Stunden später auch abgeholt hat.

Morgen geht es dann weiter nach Slano, eine Stadt die wieder am Festland liegt.

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