08.07.2019 – 15.5 SM
Olib – Molat

Nach einer turbulenten Nacht mit starkem Gewitter und Sturm legen wir in Olib ab und fahren nach Molat. Wir müssen tanken, also suchen wir uns die nächsten Tankstelle heraus – die befindet sich auf Ist. Es ist ein kleines Tankerschiff mit einem sehr hilfsbereiten Tankwart, der gut Englisch spricht. Die App von Sea-Help zeigt uns als einzige diese Tankstelle an, weder auf Navionics noch im aktuellen Hafenbuch 888 ist diese Tankstelle vermerkt. Auch der Preis mit umgerechnet 1,56 EUR / Liter Benzin schreckt uns jetzt nicht. Die Fahrt nach Molat kann weitergehen.

In der Bucht von Molat zwischen der kleinen Insel Brguljski otok und Brgulje machen wir an einer Boje fest und warten auf Skipper Snoo, einem Freund von uns, mit dem wir hier verabredet sind. Snoo ist mit einer schweizer und einer deutschen Familie unterwegs.

Wir verbringen einen netten Nachmittag mit unserem Freund und unsere Jungs haben sich in der Zwischenzeit mit den Kindern der benachbarten Boote angefreundet. Der ganze Trubel findet auf Snoo´s Boot statt da er einen „wrecking ball“ gebaut hat der den Teens unheimlichen Spaß macht.

Abends fallen die Kinder ausgepowert in die Kojen.

09.07.2019 – 0 SM
Molat

Die Nacht hat uns wieder mit Gewitter und Sturm auf Trab gehalten. Ziemlich viel Schwell hat unsere O Nass Is durchgerüttelt die halbe Nacht lang. Der Morgen beginnt mit einem Hagelsturm – die Hagelkörner so groß wie Murmeln. Wir haben Glück das kein Schaden dadurch entstanden ist.

Gegen Mittag beschließen wir aufzubrechen. Unser heutiger Weg führt uns nach Veli Rat.

Leider kommt es immer anders als man denkt – unser Motor streikt …

Kurzes aufflackern, der Motor läuft 3 Sekunden – zack aus. Das ganze spielen wir ca. eine Stunde und entscheiden uns den Dinghimotor zu aktivieren und legen uns nach Brgulje an die Kaimauer. Hier gibt es zumindest Strom und Wasser, denn der Strom ist uns mittlerweile auch ausgegangen.

Mithilfe des Hafenmeisters haben wir ein ganz passables Anlegemanöver hinbekommen. Wir machen uns an zwei Mooringleinen fest, denn der Wind blast noch immer ganz ordentlich. Jasmin schickt die Kinder an Land damit sich Gerhard in Ruhe den Motor ansehen kann. Nach einigen Stunden Reinigen, Testen, … kommen wir zu dem Entschluss, dass es eventuell an den Zündkerzen liegen kann – die vielen erfolglosen Startversuche könnten den Zündkerzen den Rest gegeben haben.

Ist ja kein Problem, tauschen wir aus …
… wenn wir welche in Reserve hätten …

Der Supermarkt ist nicht weit entfernt, leider gibt es dort keine auf Lager, der freundliche Inhaber bestellt uns welche die am nächsten Tag mit der Nachmittagsfähre aus Zadar eintreffen sollen.

Wir hängen heute in Molat fest. Ansteuerung der nächsten Destination ist mal gecancelt. Strom und Wasser gibt es leider auch nicht, seit einigen Tagen gibt es ein technisches Problem und man wartet auf den Elektriker.

Wir lassen unsere Stimmung dadurch nicht trüben und nutzen diese Gelegenheit um die Insel zu erkunden.

10.07.2019 – 0 SM
Molat

Die heutige Nacht war halbwegs ruhig – schon alleine der Mooring Wegen. Gerhard lässt die Sache mit dem Motor natürlich keine Ruhe und er beginnt den alten Suzuki wieder zu zerlegen. Nachdem alles gereinigt und wieder zusammengebaut ist, lässt sich der 2-Takter noch immer nicht starten. Nun warten wir mal auf die Nachmittagsfähre, um endlich unsere neuen Zündkerzen zu bekommen.

Wir sind seit 2 Tagen ohne Strom und Jasmin wird langsam nervös, das der Laptop keinen Saft mehr hat und dringend einige Arbeiten erledigen muss.

Also machen wir uns auf die Suche nach einer Bar, in der wir etwas trinken und den Laptop aufladen können.
Die Jungs haben ihren Spaß beim Lesen, gehen Angeln und erkunden die Insel.
Bei „Papa“ der gleich in der Nähe ist bestellen wir uns ein Bier und fragen den Wirt nach Strom für Jasmin’s Arbeitsgerät. Ganz freundlich nimmt er den PC entgegen und hängt ihm hinter der Theke an den Strom. JUHUU! Nach wenigen Minuten kommt der Inhaber und fragt, ob wir noch etwas trinken möchten. Er muss jetzt weg und kommt in 2 Stunden wieder. Der Laptop ist gut eingesperrt und wir sollen uns keine Sorgen machen. Wenn wir noch etwas trinken möchten – da steht der Eiskasten und wir mögen uns bitte bedienen und verschwindet.

Mit der Nachmittagsfähre kommen endlich unsere neuen Zündkerzen. Voller Zuversicht gehen wir zum Supermarkt, um diese abzuholen. OJEEE – NEIN, nicht das noch!!! Die Zündkerzen sind gekommen, leider wurden die falschen Zündkerzen geliefert – Auf ein Neues. Neue Lieferung kommt am nächsten Tag – RICHTIG – mit der Nachmittagsfähre.

Nun freuen wir uns auf unsere Freundin Yvonne, die als Skipperella mit einer kleinen Familie einen Törn macht. Es war ein super netter Abschluss eines halbwegs bescheidenen Tages.

11.07.2019 – 18.7 SM
Molat – Zadar

Die Zündkerzen sind wie erwartet am Nachmittag gekommen, haben gepasst – leider springt der Motor noch immer nicht an.

Da wir Mitglied bei Sea Help sind, hat Jasmin dort angerufen und dem freundlichen Mann am Telefon unser Problem erklärt. Kurz darauf bekamen wir eine SMS mit der Telefonnummer eines Mechanikers in Zadar der sich mit unserem alten Motor auskennen soll. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Mechaniker, der ein sehr gutes Englisch gesprochen hat, wurde vereinbart, dass wir uns am nächsten Tag in der Marina Borik treffen.

Jasmin hat bei der Marina angerufen, unser Problem geschildert und vereinbart, dass man uns beim Anlegen hilft, da wir nur mit dem Beiboot-Motor unterwegs sind und der keinen Retourgang hat. „Kein Problem, melden Sie sich bitte 2 Seemeilen vor Eintreffen damit wir dem Marinero Bescheid geben können.“ heißt es im Hafenbüro.

Gerhard baut den Dinghi Motor ein und zum Glück haben wir einen tollen Segelwind mit Richtung Zadar.

Nach zirka 4,5 Stunden erreichten wir das Ziel. Jasmin hat – wie vereinbart – im Hafenbüro Bescheid gegeben das wir gleich da sind. „Kein Problem, der Marinero weiß Bescheid und erwartet Sie.“, versichert man uns aus dem Hafenbüro.

Tja, leider wusste der Marinero nicht Bescheid und schrie uns an, dass wir aufstoppen müssen, denn das Hafenbecken sei gleich aus. Jasmin sprang mit den Belegleinen von Bord und wollte das Boot selber stoppen – das wurde ihr dann aber letztendlich doch von dem Hafenmitarbeiter abgenommen.

Fazit:
Die Marina Borik ist maßlos überteuert, die Nacht für unser 9 Meter Boot kam auf 75 EURO und wir haben die Nacht wegen dem starken Schwell wieder einmal nicht geschlafen.

12.07.2019 – 1.2 SM
Zadar

Zu unserer Überraschung ist der Mechaniker pünktlich um 8 Uhr wie vereinbart gekommen. Er hat unseren Motor mitgenommen und gemeint, gegen Mittag wird er wieder da sein.

In der Zwischenzeit haben sich Pascal, Gerhard und Jasmin auf den Weg zum 7,2 Kilometer weit entfernten LIDL gemacht – zu Fuß! Sebastian wollte ein wenig für sich alleine sein und blieb an Bord.

Wir waren kaum 15 Minuten gegangen, als der Anruf von Sebastian gekommen ist und uns gesagt hat, der Mechaniker ist mit unserem Motor wieder da. Wir also im Laufschritt bei extremer Hitze wieder zurück zur Marina.

Das Übel, war ein Wassereintritt in den Motor durch den Sturm in der besagten Nacht. Unser Motor wurde trocken gelegt und die undichte Stelle behoben. Der Einsatz hat uns in etwa 110 EUR gekostet. Wir waren heilfroh über diese geringe Summe, insgeheim hatten wir uns schon Gedanken um einen neuen Motor gemacht :-O.

Nachdem der Motor wieder an seinem Platz war, starteten wir drei erneut zum Supermarkt auf.

Nach 1 1/2 Stunden, teils Bergauf bei brütender Hitze, sind wir endlich in dem klimatisierten Lebensmittelgeschäft angekommen.
Für den Heimweg haben wir dann über die Plattform UBER einen Wagen bestellt, der unseren Einkauf, Bollerwagen und uns in wenigen Minuten zurück zur Marina gebracht hat.

Nachdem wir gebunkert und den Liegeplatz bezahlt haben, hieß es Leinen los und ab in die Bucht Suha Uvala. Mittags haben wir uns leckere Burger in der Famous Beach Bar & Grill gegönnt bevor Abends Michaela und Petra gekommen sind und wir einen netten Grillabend an Bord verbracht haben.

13.07.2019 – 7.3 SM
Zadar – Bibinje

Anker lichten um 7:30 Uhr damit wir einen guten Platz im Hafen in Bibinje bekommen.

Unterhalb von Zadar ist Punta Bajlo, eine kleine Bucht in der wir zuerst unser Glück auf einen Ankerplatz versuchten. Die Bucht ist lieb, klein aber sogar für unsere 80 cm Tiefgang zu nieder. Also ging es weiter nach Bibinje.

Hier haben wir mit viel Glück ein nettes Platzerl an der Kaimauer bekommen und haben den Hafenmeister gesucht. Zu unserer Verwunderung wurde Gerhard von einem Mann angesprochen, der gemeint hat: „Ist das Dein Boot?“ Gerhard erwiderte „Ja ist es“ Der Mann gab dann als Antwort „Und das ist mein Liegeplatz“ „Oh, Entschuldigung, das wussten wir nicht, wir dachten das hier ein Stadthafen ist“ „Kein Problem, im Moment habe ich kein Boot und Ihr könnt hier für eine Nacht liegen bleiben“. Bevor wir uns mit einem kleinen Umtrunk bedanken konnte, war der Besitzer auch schon wieder weg.

Das Wetter war nicht sehr berauschend heute und wir haben eine Stadtrunde mit den Kindern gemacht bevor die Mädels zu uns gestoßen sind.

Heute ist auch der 13. Geburtstag von Pascal den wir gebührlich am Rand des Hafenbeckens gefeiert haben.

Zum Ausklang von Sebastians 14-Tage Urlaub und Abschied der Mädels haben wir ein leckeres Restaurant mit Meerblick ausgewählt.

Nun sind wir nur noch zu Dritt an Bord – wir werden gar nicht wissen, was wir mit dem gewonnenen Platz machen werden ;-).

14.07.2019 – 26.7 SM
Bibinje – Murter Uvala Nozdra

Mit den ersten Sonnenstrahlen haben wir die Leinen losgemacht und sind Richtung Murter gefahren.

Vorbei an Sukosan, hier sind gerade die Charterboote am Auslaufen gewesen – ein Verkehr wie auf der Südosttangente in Wien, von Weitem haben wir die Kornaten gesehen – ein einziger Steinhaufen ;-), dann sind wir schon entlang von der Insel Murter gefahren, wo wir in der Uvala Nozdra, einer einsamen Bucht mit türkisfarbenem Wasser, den Anker geworfen haben. Mittlerweile haben wir den Dreh mit der Landleine auch heraußen, sodass sich das nicht mehr als Herausforderung darstellt.

Pascal war froh, dass er endlich in das angenehm, kühle Wasser springen konnte und versuchte wieder einmal vergebens sein Glück beim Angeln.

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